… oder einfach ein großes „Danke“
Wer von euch weiß eigentlich wieso am 6.Dezember die Kinder in Deutschland einen gefüllten Schuh bekommen? Unsere Hostelkids kennen eine mögliche Geschichte, und die wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten (wir haben sie allerdings etwas kindgerechter erzählt ;-))
Ein verarmter Mann beabsichtigt, seine drei Töchter zu Prostituierten zu machen, weil er sie mangels Mitgift nicht standesgemäß verheiraten kann. Nikolaus, noch nicht Bischof und gerade durch ein Erbe mit einem größeren Vermögen ausgestattet, erfährt von der Notlage und wirft in drei aufeinander folgenden Nächten je einen großen Goldklumpen durch das Fenster des Zimmers der drei Jungfrauen. In der dritten Nacht gelingt es dem Vater, ihn zu entdecken, ihn nach seinem Namen zu fragen und ihm dafür zu danken, dass nun die Mitgift für jede der Töchter gesichert ist. Aus dieser Legende entspringt die häufige ikonografische Darstellung mit drei goldenen Kugeln oder Äpfeln.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Myra )
Wir hatten schon lange geplant die Tradition an Nikolaus auch im Hostel fortzuführen. In einem Direktor-Mentor Gespräch haben wir dem Direktor davon erzählt und gleich die Erfahrung eines interkulturellen Missverständnisses mitgenommen; „you want to put sweets in the shoes of the children?“ begleitet von einem absolut angewidertem Gesichtsausdruck. Wir verfielen dann alle drei in einen Lachflash. Dafür muss man wissen, dass Schuhe und Füße in Indien ein sehr heikles Thema sind. Beides gilt als unrein und sollte von keinem Fremden, geschweige denn von Essen, berührt werden. Das ist auch der Grund warum man ein indisches Haus auf keinen Fall mit Schuhen betreten sollte und warum wir hier immer barfuss laufen. Daran hatten wir natürlich nicht gedacht, als wir von der Tradition des Stiefel Aufstellens berichteten. :-) Angesichts dieses Missverständnisses haben wir uns dann schließlich dazu entschlossen die Nikolaustradition an die indische Kultur anzupassen: jedes Kind sollte einen Zettel mit seinem Namen in die prayer hall legen. Außerdem lernten die Kinder die Hintergrundgeschichte kennen, die wir ihnen mit Hilfe von Mona als Übersetzerin präsentierten.
Am Sonntagabend waren dann alle Kinder schon sehr aufgeregt und zeigten uns mit Stolz ihre Zettel. Wir machten uns dann auf um statt Orangen (die hier nicht wirklich gut schmecken) Bananen für die „Schuhe“ zu kaufen. Das war auch wirklich ein Erlebnis 55 Bananen in einem winzigen Tante-Emma-Laden um die Ecke zu kaufen („how many bananas?“ „Fiftyfive“ „Fiftyfive??“ „Yes please fiftyfive bananas“). Am Abend hatten wir dann großen Spaß alles hinzurichten, besonders goldig war, wie manche Zettel gestaltet waren. Auf einem Stand beispielsweise „Yamuna, 7th standard, in Germany Juli & Anju“ oder es wurden Blümchen gezeichnet.
Noch viel toller war es dann, als die Kinder uns morgens die Geschenke präsentierten.
In diesem Sinne möchten wir uns bei den verschiedenen Firmen in Deutschland für die gespendeten Werbegeschenke bedanken. Die Kids haben sich über die Wasserbälle, Luftballons, Buntstifte etc. wirklich sehr gefreut und sind jetzt alle glückliche Besitzer eines „German pencil“.
Vielen Dank an:
-Hohenloher Zeitung, Öhringen
-BTI, Ingelfingen
-Gemü, Ingelfingen
-Reisser, Ingelfingen
-Fujimi Europe, Ingelfingen
-Konrad Hornschuch AG, Weißbach
-m-tech, Forchtenberg
-Konrad Hornschuch AG, Weißbach
-m-tech, Forchtenberg